Die Zahl der weltweit installierten Industrieroboter hat sich seit 2010 mehr als verdreifacht. Wie die Robotik die industrielle Fertigung rund um den Globus vorantreibt: Die International Federation of Robotics gibt Einblicke – hier die Top 5.

Roboter lernen neue Tricks

Industrieroboter werden zunehmend mit KI-Software, Bildverarbeitung und anderen Sensorsystemen ausgestattet, um neue, anspruchsvolle Aufgaben zu meistern. Ein Beispiel dafür ist das Sortieren von Abfällen auf einem Förderband, das bisher nur von menschlichen Händen erledigt werden konnte. Die neuen Robotergenerationen sind einfacher zu installieren und programmieren und sie sind vernetzbar. Fortschritte bei den Kommunikationsprotokollen ermöglichen inzwischen die nahtlose Integration von Robotern in Automatisierungs- und Industrie-4.0-Strategien.

Roboter arbeiten in intelligenten Fabriken

Die Automobilindustrie nutzt Industrieroboter an Stelle von Fließbändern. Ausgestattet mit modernster Navigationstechnik sind diese mobilen Roboter wesentlich flexibler als herkömmliche Fertigungsstraßen. Karosserien werden mittels fahrerloser Transportsysteme befördert. Sie können von der Fließbandfertigung abgekoppelt und zu Montagestationen umgeleitet werden. Bei vollständigen Modellwechseln werden nur die Roboter bzw. autonomen mobilen Roboter neu programmiert anstatt die gesamte Produktionslinie ab- und umzubauen. Gleichzeitig nimmt die Integration von Arbeitsplätzen mit Mensch-Roboter-Kollaboration immer mehr zu: Roboter arbeiten zunehmend Hand-in-Hand mit Menschen zusammen.

Roboter für neue Märkte

Die Durchbrüche bei der Vernetzung tragen dazu bei, dass Roboter vermehrt in Fertigungssektoren eingesetzt werden, wie z.B. der Lebensmittel- und Getränkeindustrie, Textilindustrie sowie Holzverarbeitungs- und Kunststoffwirtschaft. In der smarten Fabrik lassen sich verschiedene Produkte im schnellen Wechsel nacheinander auf derselben Anlage montieren – die starre, traditionelle Fertigungsstraße hat bald ausgedient.

Roboter unterstützen beim Klimaschutz

Die Anforderungen an die Industrie, künftig möglichst CO2-neutral zu produzieren, fördert Investitionen in moderne Robotertechnologie. Moderne Roboter arbeiten energieeffizient und reduzieren mit ihrem Einsatz unmittelbar den Energieverbrauch der Produktion. Aufgrund ihrer Präzisionsarbeit wird zudem weniger Ausschuss und fehlerhafte Ware produziert, was sich positiv auf den Ressourceneinsatz und Output auswirkt. Darüber hinaus sind Roboter auch bei der kosteneffizienten Produktion von Anlagen für erneuerbare Energien im Einsatz, wie beispielsweise der Herstellung von Photovoltaikmodulen oder Wasserstoff-Brennstoffzellen.

Roboter sichern Lieferketten

Die Pandemie hat Schwächen in den globalisierten Lieferketten aufgezeigt. Für Hersteller besteht jetzt die Möglichkeit, Versorgungswege mit einer völlig neuen Perspektive zu denken. Wenn Automatisierung die Produktionsbedingungen angleicht, gewinnen Hersteller eine neue Flexibilität, die in den meisten Ländern der Europäischen Union bisher vielleicht nicht zur Verfügung stand. Die Automation mit Robotern bietet Produktivität, Flexibilität und Sicherheit.

Lockdown und Kontaktbeschränkungen haben große Teile des gesellschaftlichen Lebens ins Digitale verlegt. Gut, dass es kreative Alternativen gibt, wie man gesellschaftlichen Herausforderungen mit konstruktivem Ideenreichtum begegnet.

Ob Videokonferenzen, der Austausch auf Social-Media-Plattformen oder das Einkaufen in Online-Shops: Man stelle sich das gesellschaftliche Leben in diesen Zeiten ohne digitale Möglichkeiten vor. Was vorher schon nicht mehr aus unserem Alltag wegzudenken war, hat mit der Pandemie eine ganz neue Relevanz bekommen. Dass der Nutzen von digitalen Räumen jedoch weit über diese Zwecke hinausgehen kann, beweisen Unternehmen aus der Kreativwirtschaft. Sie haben neue Türen zu virtuellen Räumen geöffnet und interaktive Installationen, mobile Anwendungen und Multi-Touch-Lösungen für Unternehmen und Institutionen entwickelt.

Insbesondere seit Ausbruch der Corona-Pandemie ist die Nachfrage nach allen Arten von digitalen und hybriden Formaten gestiegen: von Remote-Vertriebspräsentationen über digitale Messen bis hin zu virtuellen Führungen. Wie vielseitig die Möglichkeiten sind, zeigt ein Blick in die Zukunft. Messen und Events könnten grundsätzlich hybrid stattfinden. Digital Teilnehmenden könnte ermöglicht werden, sich per Telepräsenz-Screens oder sogar per Telepräsenz-Roboter beim physischen Event dazu zuschalten, um eine transparente Kommunikation zwischen dem Vor-Ort-Event und der Online-Repräsentation zu ermöglichen.

Abgesehen von der Transformation von Veranstaltungen, gibt es aber besonders bei Remote-Präsentationen in Unternehmen noch große Potenziale. Beispielsweise könnten Vorträge von Unternehmensinhalten im Video-Gespräch viel beeindruckender und spielerischer präsentiert werden. Wo momentan noch das Webcam-Bild und der geteilte Desktop mit Powerpoint-Präsentation der Status Quo sind, werden Teilnehmer in einen virtuellen Showroom geführt. Der Präsentator wird live gefilmt und ist dann Teil der 3D-Umgebung des Unternehmens, beispielsweise einer Produktionsanlage.

Digitale Räume versprechen zu einer nicht mehr aus unserem gesellschaftlichen Bewegungsradius wegzudenkenden Erweiterung für wirtschaftliche und kulturelle Repräsentationen zu werden.

Im Winter fällt in unseren Breitengraden zu wenig erneuerbare Energie an, um die kalte Jahreszeit zu überbrücken. Die Forschung an saisonalen Speicher- und Umwandlungstechnologien läuft deshalb auf Hochtouren.

Die Volatilität der erneuerbaren Energiequellen stellt eine der großen Herausforderungen der Energiewende dar. Im Winter gibt es grundsätzlich zu wenig erneuerbaren Strom, im Sommer zu viel. Eine vielversprechende Technologie wird aktuell von österreichischen und Schweizer Energieunternehmen sowie Forschungseinrichtungen untersucht.

Die vom österreichischen Energieunternehmen RAG Austria AG patentierte Technologie „Underground Sun Conversion“ eröffnet die Möglichkeit, erneuerbare Energie saisonal und in großem Stil zu speichern und damit ganzjährig verfügbar zu machen.

Im Sommer wird überschüssige, erneuerbare Energie in Wasserstoff (H2) umgewandelt. Dieser wird zusammen mit Kohlendioxid (CO2) in natürlichen Untergrundspeichern – zum Beispiel ehemaligen Erdgaslagerstätten – in über 1.000 Metern Tiefe eingelagert. Dort kommen dann kleine Helferchen ins Spiel: Mikroorganismen aus der Urzeit, sogenannte Archaeen, wandeln über ihren Stoffwechsel Wasserstoff und Kohlendioxid zu erneuerbarem Methan (CH4) um. Archaeen sind auf der ganzen Welt verbreitet, vorwiegend in anaeroben, sauerstoffarmen Umgebungen.

Vor Millionen Jahren waren sie bereits für die Umwandlung von Biomasse in Erdgas verantwortlich. Durch die Zuführung von Wasserstoff und Kohlendioxid in geeignete poröse Sandsteinlagerstätten wird dieser Prozess quasi von neuem gestartet. Das dort unten entstehende Methan kann dann im Winter den Speichern entzogen und als CO2-neutrales Erdgas vielfältig genutzt werden. In den kommenden zwei Jahren werden in einem geförderten Projekt die technischen und wirtschaftlichen Potenziale dieser Technologie in der Schweiz und Österreich ausgelotet.

Es klingt nach Science-Fiction, was die Chemikerin Francesca Toma vom Berkeley National Laboratory untersucht hat. Ihr Forschungsobjekt: Eine Maschine, die nach dem Vorbild von Pflanzen Photosynthese betreibt. Der dabei gewonnene Wasserstoff kann Motoren antreiben; die Energie kommt aus Licht. Erfinder dieser Technologie für künstliche Photosynthese ist Zetian Mi, Professor an der University of Michigan.

Künstliche Photosynthese hat bisher ein großes Problem: Die Materialien verlieren sehr schnell ihre Funktion. Schon nach wenigen Stunden im Einsatz nimmt die Effektivität massiv ab. Bei dem untersuchten Gerät verhält es sich jedoch nicht so. Nach Angaben von Toma wird die Maschine im Einsatz immer besser und spaltet Wasser immer effektiver in Sauerstoff und Wasserstoff auf. Aber wie funktioniert sie überhaupt?

Der Prozess ist etwas anders als beim natürlichen Vorbild. Künstliche Photosynthese heißt in diesem Fall, dass mit Sonnenlicht Wasserstoff aus Wasser isoliert wird. Übrig bleibt Sauerstoff, denn Wasser ist nichts anderes als eine Verbindung aus Wasserstoff und Sauerstoff. Der freigesetzte Wasserstoff aus der Verbindung kann als Treibstoff verwendet werden.

Die künstliche Photosynthese ist eine besonders vielversprechende Technik, um reinen Wasserstoff zu gewinnen. Was an der untersuchten Technik darüber hinaus begeistert: Es kommen preiswerte und weit verbreitete Galliumnitrit-Nanodrähte zum Einsatz. Diese nur maximal 0,0001 Millimeter dicken Metallfäden werden in vielen gewöhnlichen Elektroprodukten genutzt. Die nach Science-Fiction klingende Entdeckung aus den USA baut also auf etwas auf, das so gewöhnlich ist, dass es schon heute in vielen Haushalten zu finden ist.

Es gilt als Zauberwort schlechthin, das die Prozesse in der Fertigung vereinfachen und beschleunigen kann: die Künstliche Intelligenz (KI). In ihrer Ausprägung als „Maschinelles Lernen“ (ML) ist diese Software längst Bestandteil im Alltag und erobert zunehmend auch Industriebetriebe. Maschinelles Lernen erschließt der Automatisierung neue Möglichkeiten: beim Steuern von Prozessen, zur Detektion von Anomalien an Maschinen und Werkstücken oder in der automatisierten Qualitätskontrolle.

Maschinelles Lernen verändert vermehrt die Art und Weise, wie Maschinen konstruiert werden. Lösungen zum Erledigen konkreter Aufgaben müssen nicht mehr – wie bisher – in einen Algorithmus überführt werden, sondern das System soll die Handlungsanweisung eigenständig erlernen. Damit die Modelle aber bessere Lösungen bieten, muss der gewünschte Algorithmus anhand beispielhafter Prozessdaten erlernt werden.

Auch wenn in der Fabrik die Zukunft für Künstliche Intelligenz erst beginnt, gibt es bereits zahlreiche Applikationen zum Verbessern der Maschinenverfügbarkeit und Prozessoptimierung wie beispielsweise die Spracherkennung. Dank KI bieten sich heute ganz neue Möglichkeiten, was Alexa und Co. im Privatbereich eindrucksvoll unter Beweis stellen.

Warum also nicht auch Maschinen per Sprache intuitiv steuern? Der Anlagenbediener kann direkt in ein Mikrofon sprechen und die Anlage führt den Sprachbefehl aus. Der Nutzen ist deutlich erkennbar. Für unerfahrene Bediener entfällt die oft komplizierte händische Befehlseingabe. Außerdem kann der Mitarbeiter schon während des Sprachbefehls parallel das nächste Bauteil vorbereiten oder aus der Maschine entnehmen. Das spart Zeit und gestaltet Prozesse produktiver. Und noch etwas ist wichtig: Maschinelles Lernen wird erst dann wirklich erfolgreich in Fabrikbetriebe einziehen, wenn die Anwendungen auf die individuellen Anforderungen der Maschine abgestimmt sind.

Am 22. und 23. September 2021 findet das 30. Aachener Werkzeugmaschinen-Kolloquium (AWK) statt. Im Fokus steht diesmal das Internet of Production. Das Leitthema „Turning Data into Sustainability“ soll zeigen, wie produzierende Unternehmen durch bedarfsgerechte Datenerfassung und maschinelles Lernen zu schnellen, fehlerfreien Verbesserungen in der Serienproduktion gelangen und wie sie dadurch nachhaltig produzieren können.

In den vergangenen 100 Jahren hat die Industrialisierung nahezu alle Wirtschaftsbereiche erfasst und durch kontinuierliche Kostenoptimierung, Zeiteinsparung und Qualitätssteigerung geprägt. Doch ressourcenintensives Produktivitätsdenken wird heute vom Zukunftsbild einer stärker ökologisch denkenden Gesellschaft überholt. Der Fokus wandelt sich immer mehr zu Themen wie Umwelt, Sozialwesen und Unternehmenssteuerung.

Eine Antwort auf die aktuellen Herausforderungen sehen die Veranstalter des AWK deshalb in einem Übergang zur nachhaltigen und emissionsfreien Gestaltung der Produktion. Als wichtigsten Beschleuniger einer solchen Produktionswende nennen die Aachener Forscherinnen und Forscher das sogenannte Internet of Production: die durchgängige Digitalisierung und Vernetzung von Maschinen und Anlagen innerhalb der Produktions- und Wertschöpfungskette. Das Internet of Production soll produzierenden Unternehmen zu mehr Nachhaltigkeit, Effizienz, Produktivität, Qualität und Wettbewerbsfähigkeit verhelfen. Die sichere Verfügbarkeit von Daten, Informationen und Wissen zu jeder Zeit und an jedem Ort gilt als eines der wichtigsten Versprechen der Industrie 4.0 und bildet zugleich die Grundlage für die weiteren Entwicklungen.

Das AWK ist Netzwerktreffen und Informations-Hub zugleich. Begleitet durch ein international hochkarätig besetztes Vortragsprogramm bietet die Konferenz einen umfassenden Einblick in die Trends der angewandten Forschung und Entwicklung für Fach- und Führungskräfte aus Industrie und Wissenschaft. Zusätzlich zur gewohnten Präsenzveranstaltung gibt es zum 30. Aachener Werkzeugmaschinen-Kolloquium eine Premiere: Neben der analogen Veranstaltung im Aachener Eurogress wird es erstmals auch eine digitale Übertragung weiter Teile des Veranstaltungsprogramms geben.

Weitere Infos: www.awk-aachen.com

Warum etwas neu erfinden, was die Natur eindrucksvoll vorlebt? Inspiriert vom Beutegreif-Prinzip von Libellenlarven wurde jetzt ein bionischer Roboter mit einem 3D-Drucker hergestellt.

Das wissenschaftliche Team um Dr. Sebastian Büsse vom Zoologischen Institut der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel hat das biomechanische Prinzip entschlüsselt, wie Libellenlarven ihre Beute fangen. In Bruchteilen von Sekunden schnellt das Mundwerkzeug der Libellenlarve nach vorn, um nach der Beute zu schnappen. Jahrzehntelang waren Forschende davon ausgegangen, dass es sich hierbei um einen hauptsächlich hydraulischen Vortrieb handeln müsse. 

Berechnungen ergaben aber, dass der Vortrieb der Mundwerkzeuge der Libellenlarven vielmehr über ein steuerbares Katapultsystem funktioniere: eine innere, elastische Struktur im Libellenkopf, die wie eine Sprungfeder von einem Muskel gespannt wird. Hierbei wird die Energie des Muskels gespeichert. Die beiden Segmente der Fangmaske sind miteinander verbunden und werden durch einen gemeinsamen Mechanismus arretiert und ausgelöst.

Die Forscher hatten vorab Hypothesen aufgestellt und konnten diese dann mit einem nach dem Prinzip konstruierten, bioinspirierten Roboter unter Beweis stellen. „Einer der großen Vorteile von bioinspirierten Robotern ist die Möglichkeit, Ideen über biologische Funktionsprinzipien zu testen, die anders sehr schwer zu überprüfen wären. Robotik funktioniert idealerweise in zwei Richtungen: Wir lernen etwas über die Biologie und entwickeln etwas technisch Anwendbares“, erläutert Dr. Sebastian Büsse die Vorgehensweise.

Inzwischen arbeiten die Forscher an einer Weiterentwicklung des Roboters, in den sie eine visuelle Objekterkennung integrieren. Damit soll der Roboter das Objekt selbstständig erkennen und treffen können. Die Ergebnisse des Forschungsvorhabens wurden in der Fachzeitschrift „Science Robotics“ veröffentlicht.

Der Maschinen- und Anlagenbau zieht eine gemischte Bilanz für das Jahr 2020. Das ist das Ergebnis der 9. VDMA-Blitzumfrage zu den wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie, an der 575 Mitgliedsunternehmen teilgenommen haben. Vier von fünf Unternehmen schließen das vergangene Geschäftsjahr mit einem Umsatzrückgang ab.

„Zahlreiche Maschinen- und Anlagenbauer profitierten von der konjunkturellen Belebung im vierten Quartal des vergangenen Jahres und gingen mit Schwung ins neue Jahr. Etwa jedes sechste Unternehmen konnte dadurch das Geschäftsjahr mit einem Umsatzplus zwischen 0 und 10 Prozent abschließen”, resümiert VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers. Auf Basis der vorliegenden Umsatzzahlen 2020 melden 42 Prozent der Unternehmen jedoch Umsatzeinbußen in Höhe von 10 bis 30 Prozent.

Die Auftragslage hat sich zum Ende des Jahres hin sukzessive verbessert. Aktuell berichten noch 14 Prozent der Unternehmen von gravierenden Auftragseinbußen. Im September des vergangenen Jahres lag dieser Wert doppelt so hoch. 88 Prozent der Unternehmen sehen ihre Lage durch Reise- oder Aufenthaltsbeschränkungen beeinträchtigt; 79 Prozent der Befragten bewerten die mangelnde Planbarkeit als problematisch – immer wieder geraten auch die Lieferketten unter Druck.

Die spürbare konjunkturelle Belebung im 4. Quartal 2020 wirkte sich zuletzt auch positiv auf die Kapazitätsanpassungen der Unternehmen aus. 48 Prozent der Betriebe haben Kurzarbeit, und 47 Prozent arbeiten mit Einstellungsstopps. Im September letzten Jahres berichteten noch 64 Prozent der Betriebe von Kurzarbeit, 62 Prozent hatten Einstellungsstopps verhängt.

Was die Nachfrage in 2021 betrifft ist die Zuversicht unter den Maschinen- und Anlagenbauern bemerkenswert. Für 2021 rechnen etwa drei von vier Unternehmen mit einem Umsatzwachstum und damit, die Folgen der Pandemie Schritt für Schritt überwinden zu können. Fast jedes zweite Unternehmen stuft ein Plus zwischen 0 und 10 Prozent als realistisch ein. Was die die europäischen Absatzmärkte inklusive Deutschlands angeht, sehen die Maschinen- und Anlagenbauer dagegen weniger positiv in die Zukunft. „Speziell in Deutschland erwarten 65 Prozent noch keine Veränderung zum Besseren“, analysiert der VDMA-Chefvolkswirt.

Auch wenn die Ergebnisse dieser Blitzumfrage im Großen und Ganzen erfreulicher als noch im Herbst 2020 ausfallen, kann das nicht darüber hinwegtäuschen, dass mit Rückschlägen gerechnet werden muss. Grundsätzlich bleibt die Lage im Maschinenbau im laufenden Jahr äußerst labil und angespannt. Eine Entwarnung kann – auch mit Blick auf die aktuelle, unübersichtliche Lockdown-Problematik speziell im ersten Quartal – nicht gegeben werden.

Die aktuelle Pandemielage und damit verbundene Einschränkungen machen die verlässliche Planung einer Vorort- oder Hybridveranstaltung unmöglich. Daher wird das Messe-Duo Intec und Z vom 02. bis 04. März 2021 unter dem Motto „Intec / Z connect“ ausschließlich digital stattfinden.

Die Intec / Z connect bietet der deutschen Metallbearbeitungs- und Zulieferindustrie trotz der anhaltenden Corona-Pandemie die dringend benötigte Plattform, um den Dialog in der Branche zu ermöglichen und Impulse für die Zukunft zu liefern. Herzstücke der Veranstaltung werden eine Produktshow der Aussteller in Form eines virtuellen Showrooms, ein Online-Kongress und eine digitale Networking-Plattform sein. Derzeit erarbeitet die Leipziger Messe das Programm, das sich den aktuellen und brennenden Fragen der Branche widmet.

In den ungeraden Jahren ist die Intec der erste wichtige Branchentreff für die metallbearbeitende Industrie in Deutschland und Europa. Kernbereiche der Intec sind Werkzeugmaschinen, Systeme für die automatisierte Produktion sowie die gesamte Fertigungstechnik für die Metallbearbeitung. Die Z gehört zu den führenden internationalen Zuliefermessen in Europa. Ihr Angebot richtet sich vorwiegend an Abnehmer aus dem Maschinen-, Anlagen- und Werkzeugbau sowie der Fahrzeugindustrie.

Details zum Programm der Intec / Z connect werden in den kommenden Wochen bekanntgegeben.

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Die Additive Fertigung – sprich die Produktion mittels industrieller 3D-Drucker – wird für viele Unternehmen immer relevanter. Sie eignet sich für die Produktion von Anschauungs- und Funktionsprototypen (Rapid Prototyping), Endprodukten (Rapid Manufacturing) sowie Werkzeugen und Formen (Rapid Tooling).

Bei der Additiven Fertigung entsteht das Werkstück, indem Schicht für Schicht Material aufgetragen wird. Auf diese Art und Weise lassen sich sehr komplexe Strukturen realisieren und es gibt kaum Designbeschränkungen. Werfen wir einen kurzen Blick auf die Vor- und Nachteile der Additiven Fertigung.

Vorteile Additive Fertigung

  • Gestaltungsfreiheit: Es können nahezu unendlich komplexe Geometrien gefertigt werden.
  • Individualisierung: Additive Fertigung macht Schluss mit Einheitsprodukten. Individuelle Lösungen für Produkte oder Werkzeuge können an spezifische Bedürfnisse angepasst werden.
  • Kostenersparnis: Schnellere Produktionszeiten, kürzere Prozessketten und ein geringerer Materialverbrauch verringern in der Regel spürbar Kosten.

Nachteile Additive Fertigung

  • Post Processing: Um die gewünschte Oberflächengüte zu erzielen, müssen generativ gefertigte Bauteile häufig eine aufwendige Nachbearbeitung durchlaufen.
  • Begrenzte Eignung für Massenfertigung: Obwohl industrielle Druckanlagen immer schnellere Aufbauraten haben, brauchen sie im Vergleich zu herkömmlichen Verfahren noch relativ lange, um ein Teil zu erzeugen.
  • Fehlendes Know-how: Ingenieure und Fachkräfte beschäftigen sich während ihrer Ausbildung vor allem mit herkömmlichen Fertigungsmethoden und nicht mit dem Schwerpunkt Additive Fertigung.
  • Investitions- und Betriebskosten: Viele Unternehmen scheuen die Kosten für die Anschaffung der Maschinen und das benötigte Material.

Auch wenn der Markt für Additive Fertigung immer vielfältiger wird und den Werkzeugbau verbessern kann, wird es noch dauern, bis die Additive Fertigung den CNC-gesteuerten Maschinen mit Blick auf die Serienfertigung Konkurrenz machen wird.

Welche Potenziale birgt die 5G-Mobilfunktechnologie für die Industrie? Wie kann die Digitalisierung in der Produktion gelingen? Diese Fragen stellen sich viele Unternehmen, wenn es darum geht, mit der neuen Mobilfunktechnologie Produktionsabläufe zu optimieren.

Das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT aus Aachen hat gemeinsam mit Projektpartnern aus dem Umfeld von Produktionstechnik und IT den 5G-Industry Campus Europe ins Leben gerufen. Seit mehreren Jahren befasst man sich in verschiedenen Forschungsprojekten mit dem industriellen Einsatz des neuen Mobilfunkstandards. 5G bietet mit hohen Datenraten von bis zu zehn Gigabit pro Sekunde und geringen Latenzen unter einer Millisekunde die besten Voraussetzungen zur Implementierung hochmoderner Fertigungssysteme.

Um die technologischen Entwicklungen interessierten Unternehmen leichter zugänglich zu machen, bietet das Institut ein modular aufgebautes 5G-Audit an, deren Module frei wählbar sind und sowohl von Einsteigern als auch von 5G-Erfahrenen genutzt werden können.

Das Expertenteam des Fraunhofer IPT versetzt die auditierten Unternehmen damit in die Lage,

  • eigene 5G-Einsatzfelder zu identifizieren,
  • Aufwand und Nutzen für eine 5G-Integration einzuschätzen und
  • konkrete Umsetzungsstrategien zu entwickeln.

Die Audit-Module variieren vom zeitlichen Umfang und bieten Unternehmen die Option, die 5G-Technologie sowie deren Potenziale und Herausforderungen kennenzulernen. Bis hin zu der Möglichkeit, ein 5G-Netz in den eigenen Produktionshallen aufzubauen und in die bestehende Produktion zu integrieren.

Das Ergebnis eines jeden 5G-Audits sind Handlungsempfehlungen für die individuelle Situation vor Ort in den Unternehmen. Interessierte Unternehmen und Forschungspartner, die sich über das 5G-Audit informieren möchten, finden weitere Infos und Ansprechpartner unter www.ipt.fraunhofer.de/5g-audit.