Maschinen- und Anlagenbau: kompakter Rückblick – positiver Ausblick.

Der Maschinen- und Anlagenbau zieht eine gemischte Bilanz für das Jahr 2020. Das ist das Ergebnis der 9. VDMA-Blitzumfrage zu den wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie, an der 575 Mitgliedsunternehmen teilgenommen haben. Vier von fünf Unternehmen schließen das vergangene Geschäftsjahr mit einem Umsatzrückgang ab.

„Zahlreiche Maschinen- und Anlagenbauer profitierten von der konjunkturellen Belebung im vierten Quartal des vergangenen Jahres und gingen mit Schwung ins neue Jahr. Etwa jedes sechste Unternehmen konnte dadurch das Geschäftsjahr mit einem Umsatzplus zwischen 0 und 10 Prozent abschließen”, resümiert VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers. Auf Basis der vorliegenden Umsatzzahlen 2020 melden 42 Prozent der Unternehmen jedoch Umsatzeinbußen in Höhe von 10 bis 30 Prozent.

Die Auftragslage hat sich zum Ende des Jahres hin sukzessive verbessert. Aktuell berichten noch 14 Prozent der Unternehmen von gravierenden Auftragseinbußen. Im September des vergangenen Jahres lag dieser Wert doppelt so hoch. 88 Prozent der Unternehmen sehen ihre Lage durch Reise- oder Aufenthaltsbeschränkungen beeinträchtigt; 79 Prozent der Befragten bewerten die mangelnde Planbarkeit als problematisch – immer wieder geraten auch die Lieferketten unter Druck.

Die spürbare konjunkturelle Belebung im 4. Quartal 2020 wirkte sich zuletzt auch positiv auf die Kapazitätsanpassungen der Unternehmen aus. 48 Prozent der Betriebe haben Kurzarbeit, und 47 Prozent arbeiten mit Einstellungsstopps. Im September letzten Jahres berichteten noch 64 Prozent der Betriebe von Kurzarbeit, 62 Prozent hatten Einstellungsstopps verhängt.

Was die Nachfrage in 2021 betrifft ist die Zuversicht unter den Maschinen- und Anlagenbauern bemerkenswert. Für 2021 rechnen etwa drei von vier Unternehmen mit einem Umsatzwachstum und damit, die Folgen der Pandemie Schritt für Schritt überwinden zu können. Fast jedes zweite Unternehmen stuft ein Plus zwischen 0 und 10 Prozent als realistisch ein. Was die die europäischen Absatzmärkte inklusive Deutschlands angeht, sehen die Maschinen- und Anlagenbauer dagegen weniger positiv in die Zukunft. „Speziell in Deutschland erwarten 65 Prozent noch keine Veränderung zum Besseren“, analysiert der VDMA-Chefvolkswirt.

Auch wenn die Ergebnisse dieser Blitzumfrage im Großen und Ganzen erfreulicher als noch im Herbst 2020 ausfallen, kann das nicht darüber hinwegtäuschen, dass mit Rückschlägen gerechnet werden muss. Grundsätzlich bleibt die Lage im Maschinenbau im laufenden Jahr äußerst labil und angespannt. Eine Entwarnung kann – auch mit Blick auf die aktuelle, unübersichtliche Lockdown-Problematik speziell im ersten Quartal – nicht gegeben werden.